Steven von der Burg-Gala bringt den Relegations-Matchball

Der TSV Lehnerz steht vor dem ersten Matchball! Nach dem klaren 5:1 (3:0)-Erfolg über den OSC Vellmar kann der Hessenligist am kommenden Spieltag gegen Watzenborn-Steinberg die Relegationsspiele eintüten. Bereits nach fast 20 Minuten war die Partie durch einen lupenreinen Hattrick von Steven von der Burg entschieden. Im zweiten Durchgang legten Patrick Schaaf und Niklas Odenwald nach.


Matchball vor der Brust, Punkterekord geknackt: Der TSV Lehnerz feiert ein rundum gelungenes Wochenende. „Wir sind zufrieden. Die Sachen, die wir beeinflussen konnten, haben wir auch beeinflusst“, so ein äußerst glücklicher Marco Lohsse nach dem Abpfiff mit Blick auf das Parallelergebnis in der Johannisau.  Vorausgesetzt, Alzenau verliert gegen Neu-Isenburg oder Hessen Dreieich, könnte der TSV Lehnerz schon bei Watzenborn-Steinberg am kommenden Samstag die Relegationsspiele unter Dach und Fach bringen. „Könnte“, geht Lohsse gewohnt Schritt für Schritt, „wir dürfen aus unserem Vorteil jetzt keinen Nachteil machen“.

Zuvor zeigten seine Jungs auf dem Platz eine dominante Vorstellung gegen die abstiegsgefährdeten Gäste aus Vellmar, die sich nicht in der Abwehr verschanzten, sondern versuchten mutig mitzuspielen. „Da waren wir gut drauf eingestellt“, wusste Lohsse über die Herangehensweise des Gegners Bescheid. Und das nutzte der TSV in Person von Steven von der Burg auch gnadenlos aus.

Der Mittelstürmer, der für den verletzten David Wollny ins Team rückte, gelang in der Anfangsphase praktisch alles und schnürte innerhalb von nur 15 Minuten einen lupenreinen Hattrick. „Steven hat es in den letzten Wochen schwer gehabt, in die Startelf zu kommen. Wir wissen, dass er eine enorme Qualität hat, und in den Situationen heute war er Gold wert“, lobte auch Lohsse die Gala-Vorstellung seines Stürmers.

Zunächst brachte der ebenfalls in die Startaufstellung gerückte Niklas Odenwald einen Ball in den Sechzehner, der erste Versuch von der Burgs wurde noch geblockt, im zweiten Anlauf drehte sich der Stürmer um seinen Gegenspieler herum und netzte aus kurzer Distanz zur frühen Führung des TSV (3.). „Die frühe Führung hat uns absolut in die Karten gespielt“, so Lohsse. Zehn Minuten später marschierte von der Burg durch das Mittelfeld, wurde nicht richtig attackiert und krönte sein Solo mit einem satten Abschluss aus 20 Metern in den linken Winkel (13.).

In der Folge waren die Gäste völlig von der Rolle und hätten schon kurze Zeit später nach Chancen durch von der Burg (16.), Marius Strangl per Heber (17.) und Patrick Schaaf aus der Distanz (18.) das 3:0 kassieren können. Das fiel dann in der 19. Minuten, als ein starker Flugball von Julian Pecks Patrick Broschke auf die Reise schickte, der die Übersicht behielt und den mitgelaufenen von der Burg bediente, der zum lupenreinen Hattrick nur noch einschieben musste. „Die Vorarbeit von Patrick Broschke davor war klasse“, lobte Lohsse auch den Assistgeber.

Auch im zweiten Durchgang wich der OSC nicht von seiner Taktik ab und belohnte sich für den mutigen Auftritt wenige Sekunden nach Wiederanpfiff. Der insgesamt zweite Pass, ein langer Ball aus der Abwehr, setzte Marko Utsch wunderbar in Szene, der plötzlich frei vor Aykut Bayar auftauchte, ihn umkurvte und zum 1:3 einnetzte (46.). Lehnerz zeigte sich davon wenig irritiert, kam allerdings nicht mehr zu einem Chancenfestival wie in Halbzeit eins.

So brachte Traumtor Nummer zwei die endgültige Entscheidung vor 300 Zuschauern. Ein Klärungsversuch von Tobias Schlöffel brachte Patrick Schaaf ins Spiel, der den Ball aus dem Mittelkreis maßgeschneidert über Schlöffel im Tor der Gäste hinweg (69.) in den Kasten hebte. In der Folge kontrollierten die Hausherren das Geschehen noch deutlicher und kamen sogar noch zum 5:1. Der vor wenigen Sekunden eingewechselte Marcel Dücker zog ab, Schlöffel konnte nur klatschen lassen und Odenwald belohnte sich aus fünf Metern für eine gute Partie (81.). Kurz vor Schluss wurde Steven von der Burg noch der vierte Treffer verwehrt, Assistent Oleg Karaliov sah ihn zuvor hauchdünn im Abseits (87.).

„Jetzt sind wir stolz, den Punkterekord auch ad acta gelegt zu haben“, freut sich Marco Lohsse über die meisten Punkte einer osthessischen Mannschaft seit 15 Jahren. Der Linienchef rechnet nun noch mit drei Punkten, um die Saison sicher auf dem zweiten Platz abzuschließen. Die Chance dazu haben sie am Samstag gegen Watzenborn-Steinberg, sofern der TSV gewinnt und Bayern Alzenau gegen Neu-Isenburg (Sonntag, 6.5.) oder Hessen Dreieich nicht gewinnen.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL

TSV Lehnerz: Aykut Bayar – Julian Pecks, Niklas Odenwald, Sebastian Bartel, Sebastian Sonnenberger, Alexander Reith (67. Antonio Bravo-Sanchez), Marius Strangl (80. Marcel Dücker), Patrick Schaaf, Yu Shin Youm, Patrick Broschke (53. Marcel Trägler), Steven von der Burg.

OSC Vellmar: Tobias Schlöffel – Christian Brinkmann, Maik Siebert, Maximilian Blahout, Oliver Scherer, Simon Kauf (46. Sebastian Wagener), Enes Glogic, Tolga Yantut, Ture Ott, Enver Maslak (75. Jannik Kleinschmidt), Marko Utsch.

Schiedsrichter: Wiebke Schneider (Birstein).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 Steven von der Burg (3.), 2:0 Steven von der Burg (13.), 3:0 Steven von der Burg (19.), 3:1 Marko Utsch (46.), 4:1 Patrick Schaaf (69.), 5:1 Niklas Odenwald (81.). +++