Steinbach zu abgezockt – Lohsse zufrieden

Der Traum von Drittligisten FSV Frankfurt an der Richard-Müller-Straße ist geplatzt: am Samstag musste sich der TSV Lehnerz im Achtelfinale des Hessenpokals dem Regionalligisten TSV Steinbach mit 0:4 (0:2) geschlagen geben. Die Gäste waren wie erwartet eine Klasse besser und siegten verdient. Zufrieden war TSV-Trainer Marco Lohsse dennoch.


„Man sagt ja: ‚Pro Liga Unterschied drei Tore‘. Von daher bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich denke, dass es auch um ein Tor zu hoch ausgefallen ist“, stellte Lehnerz‘ Trainer Marco Lohsse eine einfach Rechnung auf. Sein Gegenüber, Matthias Mink, sah den ungefährdeten Sieg als „auch in der Höhe verdient“ an. Wie dem auch sei, Fakt ist, dass das Weiterkommen des Regionalligisten zu keiner Zeit gefährdet war. Denn dafür stellten die extrem clever und abgezockt spielenden Gäste vor magerer Kulisse schon früh die Weichen.

Aykut Bayar lies einen Freistoß von Sasa Strujic abklatschen, Sargis Adamyan stand goldrichtig und musste nur abstauben (3.). „Wir haben gerade in der ersten Hälfte ein schönes Offensivspiel gezeigt“, sagte Gäste-Trainer Mink über die Vorstellung seiner Schützlinge. Diese waren zwar spielerisch deutlich überlegen, ließen aber so manche Annäherung der Hausherren zu: zwei Kopfbälle von Steven von der Burg (4.) und Alexander Scholz (14.), dazu ein Schuss von Pierre Mistretta (14.) waren die ersten zaghaften Ausrufezeichen, dass der TSV das Spiel keineswegs abschenken wollte.

Just in jener Phase fiel der zweite Steinbacher Treffer – wieder nach einem Standard. Patrick Dulleck köpfte einen Eckball zur Vorentscheidung in die Maschen (28.). „Wir hätten vielleicht noch den einen oder anderen Treffer vor der Pause nachlegen können“, meinte Mink. Viel zwingendes brachte seine Schützlinge, die den Vorsprung fortan routiniert herunter spielten, aber nicht zusammen.

Durchgang zwei begann mit einer schlechten Nachricht für den TSV: Alexander Scholz musste verletzt vom Feld. „Mir haben heute eh schon acht Spieler gefehlt und heute musste ich dreimal verletzungsbedingt wechseln“, sagte Lohsse ernüchtert. André Herr musste ebenso wie Steven von der Burg ausgetauscht werden. Zudem zog sich Sebastian Sonnenberger, der den Endstand per Eigentor besorgte, bei einem Zweikampf eine Blessur an der Hand zu – Diagnose offen.

Die Gäste dominierten Durchgang zwei hingegen klar, zeigten manch gelungene Kombination und erhöhten durch Adamyan auf 3:0 (53.). „Wir haben das Spiel kontrolliert und absolut verdient gewonnen“, brachte es Mink auf den Punkt. Lehnerz versuchte sich überwiegend aus der Distanz, einmal parierte TSV-Torwart Julian Bibleka gegen Andre Vogt, dann strich ein Schuss Julian Pecks‘ nur knapp vorbei. „Wir können zufrieden sein. Wir haben es gegen eine absolute Spitzenmannschaft ordentlich gemacht“, sagte Marco Lohsse abschließend. Nur die weiteren Ausfälle ließen seine Sorgenfalten größer werden.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

TSV Lehnerz: Aykut Bayar – Alexander Scholz (47. Renato Tusha), Julian Pecks, David Wollny, André Herr (59. Luca Gaul), Pierre Mistretta, Marcel Trägler, Patrick Schaaf, Steven von der Burg (70. Christoph Sternstein), Andre Vogt, Sebastian Sonnenberger.

TSV Steinbach: Julian Bibleka – Nico Herzig, Sasa Strujic (64. Sven-Torge Bremer), Hüsni Tahiri, Dino Bisanovic, Patrick Dulleck (64. Velimir Jovanovic), Nikola Trkulja (71. Andre Mandt), Sargis Adamyan, Sascha Marquet, Jan Nagel, Mirko Schuster.

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Frankfurt).

Zuschauer: 280.

Tore: 0:1 Sargis Adamyan (3.), 0:2 Patrick Dulleck (28.), 0:3 Sargis Adamyan (53.), 0:4 Sebastian Sonnenberger (89., Eigentor). +++