LESSER: „Wenn man denkt, man ist der Größte“ – Unnötige Schlappe

Da wurde der TSV Lehnerz eiskalt bestraft. Im Hessenliga-Gastspiel am Samstag bei den Sportfreunden Seligenstadt schlugen die Hausherren zweimal effektiv zu und kamen so zu einem 2:0-Erfolg. Da nutzte den Gästen auch die 45-minütige Überzahl nichts, denn gegen die kompakt stehende Defensive der Sportfreunde agierten die Lehnerzer zu umständlich. 


Wenige Momente vor dem Ende wäre dem TSV beinahe der Ausgleich gelungen: Renato Tusha steckte durch auf Pierre Mistretta, der auf Marek Weber quer legen wollte. Doch der Pass wurde vom eingewechselten Jonas Glaab im letzten Moment geklärt. Der darauffolgende Gegenstoß brachte die Entscheidung. Seligenstadt schaltete schnell um und Marcel Kopp schickte Marius Löbig auf die Reise, der alleine vor TSV-Keeper Aykut Bayar auftauchte – und zum 2:0 vollstreckte (90.).

Dass der TSV Lehnerz mit leeren Händen die Heimreise antreten musste, musste sich die Lesser-Elf sebst zuschreiben. Denn die Chancen waren da, mit ihnen wurde allerdings allzu fahrlässig umgegangen. „Wir haben verdient verloren. Wir haben die erste Hälfte komplett verschlafen und Sommer-Fußball gespielt“, gab ein enttäuschter Trainer Henry Lesser zu Protokoll. Anders dagegen die Gastgeber, die ihre Möglichkeiten kühl nutzten. Im ersten Durchgang waren die Sportfreunde die bessere Mannschaft gewesen und gingen mit dem ersten Vorstoß durch den stark aufgelegten Carlos McCrary in Führung (13.). Anderes Bild dann in Durchgang zwei: denn dort spielte nur noch der Gast aus Osthessen. Das lag auch daran, dass Seligenstadt seit der 43. Minute in Unterzahl agierte, nachdem Sahin-Erman Tasnig nach seinem zweiten Foulspiel die Ampelkarte sah.

Doch aus der numerischen Überlegenheit schlug der TSV kein Kapital und versemmelte reihenweise gute Gelegenheiten. Ob Patrick Schaaf, Renato Tusha oder Sebastian Kress – sie alle vergaben gute Möglichkeiten aus aussichtsreicher Position. „Bei uns hat auch einfach die Einstellung nicht gestimmt. Das ist aber typisch nach so einem Derby-Sieg wenn man denkt, man sei der Größte“, prangerte Lesser seine Schützlinge an. Als Lehnerz in der Schlussphase noch einmal auf den Ausgleich drängte – Sebastian Sonnenberger stellte sich die letzten Minuten in den Sturm – wurde Lehnerz eiskalt per Gegenstoß bestraft.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Spfr. Seligenstadt: Mike Wroblewski – Christopher Reinhard, Patrick Hofmann, Evanggelos Bellos, Jan Hertrich, Marius Löbig, Carlos McCrary, Marius Trippel (60. Kevin Knecht, 72. Marcel Kopp), Patrick Richter (60. Jonas Glaab), Michele Piarulli, Sahin-Erman Tasgin.

TSV Lehnerz: Aykut Bayar – Niklas Breunung, Alexander Scholz (69. Niklas Odenwald), Sebastian Bartel (46. Jan-Niklas Jordan), Andre Vogt – Sebastian Sonnenberger, Patrick Schaaf, Sebastian Kress, Renato Tusha, Pierre Mistretta – Dominik Rummel (75. Marek Weber).

Schiedsrichter: Tobias Panzer (Butzbach).

Zuschauer: 100.

Tore: 1:0 Carlos McCrary (12.), 2:0 Marius Löbig (90.).

Gelb-Rote Karte: Sahin-Erman Tasgin (Seligenstadt, 45., wiederholtes Foulspiel).