Kaiser hält den Derby-Sieg fest

Wie schon im letzten Jahr gewinnt der TSV Lehnerz sein Derby-Heimspiel gegen Borussia Fulda. Diesmal, zum Auftakt der neuen Hessenliga-Spielzeit, mit 2:1 (2:0). Am Samstagabend waren die Schützlinge von Henry Lesser zwar vor dem Tor effektiv, blieben aber sonst unter ihren Möglichkeiten. Der Gast aus der Johannisau hatte kurz vor dem Ende durch Dennis Müller die riesige Möglichkeit auf den Ausgleich, scheiterte aber am überragenden Lehnerzer Torwart Benedikt Kaiser.

„Ich war etwas überrascht, dass der Ball kam und konnte ihn nicht richtig mitnehmen. Mir tut es leid für die Mannschaft“, sagte nach dem Schlusspfiff Borussias Dennis Müller, der die große Möglichkeit auf dem Fuß hatte, den Ausgleich zu schießen. „Ich denke, der wäre auch absolut verdient gewesen. Wir waren die bessere Mannschaft“, so Müller weiter, der an TSV-Schlussmann Benedikt Kaiser scheiterte. Müller war so etwas wie die tragische Figur, denn bereits im ersten Durchgang hatte er – nachdem Marcel Trägler zuvor an Kaiser scheiterte – eine große Möglichkeit, die er ebenfalls vergab. „Die muss ich natürlich machen“, so Müller selbstkritisch über die Szene in der 37. Minute, bei der er ebenfalls an Kaiser scheiterte.

„Heute hatten wir Glück – und Kaiser“, sagte im Nachklang des Derbies Lehnerz‘ Trainer Henry Lesser, der lediglich mit der ersten halben Stunde zufrieden sein konnte. „Da haben wir gut gespielt, aber dann hat Borussia das Spiel gemacht“, so Lesser weiter. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste, die drei Neuzugänge in der Startelf hatten, bereits mit 0:2 zurück. Patrick Schaaf (3.) nach Flanke von Andre Vogt und Borusse Vedran Jerkovic mit einem Eigentor (16.) sorgten für einen frühen 2:0-Vorsprung. „Dann hatten wir vor der Halbzeit Glück, dass wir nicht den Anschluss bekommen haben“, sagt Lesser. Denn die Mannschaft von Thomas Brendel, die schon früh zweimal verletzungsbedingt wechseln musste, übte mehr und mehr Druck auf die Hintermannschaft der Hausherren auf. „Da sind wir geschwommen“, so Lesser.

Sein Gegenüber, Thomas Brendel, konnte nicht so ganz verstehen, dass seine Mannschaft als Verlierer vom Platz ging. „Was in diesem einem Spiel alles passiert ist, brutal“, sagte Brendel, der seine Elf klar überlegen sah und ihr für diese Leistung mindestens einen Punkt attestierte. „Von Lehnerz kam ja gar nichts“, sagte Brendel, „unsere Chancenauswertung war schlecht. Normal müssen wir das locker nach Hause bringen.“ Dass das Derby vor Rekordkulisse (4.500 Zuschauer) auf eine fulminante Schlussphase einbog, lag an Müllers Anschlusstreffer in der 59. Minute. Zuvor hatte bereits Trägler das vermeintliche 1:2 erzielt – stand aber im Abseits (47.).

„Wir hatten heute sehr viel Glück. Aber am Ende zählt das Ergebnis“, gab auch TSV-Akteur Niklas Odenwald zu. „Im Hinspiel letztes Jahr waren wir die bessere Mannschaft und haben verloren, heute war es eben anders herum.“ Sein Trainer Henry Lesser sagte ähnliches, musste aber noch den Wermutstropfen von Niklas Breunungs Verletzung verkraften. „Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, so Lesser. Mit dick bandagiertem Knie stand Breunung nach dem Spiel auf dem Rasen. „Ich weiß nicht, ob es schlimmer ist. Ich war noch nie verletzt“, sagte Breunung, der zwanzig Minuten vor Ende ausgewechselt werden musste.

Für Borussias Trainer Thomas Brendel blieb die Erkenntnis, dass seine Mannen eine starkee Vorstellung zeigte, dafür aber nicht belohnt wurden. „Wir haben eine gute Mannschaft, das wussten wir. Es ist schade, so ein Spiel zu verlieren“, sagte Brendel, der schon nach kurzer Zeit zweimal verletzt wechseln musste. Neuzugang Younnes Bahssou und Matija Poredski mussten vom Feld. „Die Wechsel haben aber gegriffen“, befand Brendel, dessen Mannschaft am Ende fast noch für ihren Aufwand belohnt wurde.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

TSV Lehnerz: Benedikt Kaiser, Sebastian Kress, Niklas Breunung (71. Alexander Scholz), Sebastian Sonnenberger, Julian Pecks, Patrick Schaaf, Jan-Niklas Jordan (61. Steven von der Burg), Kemal Sarvan, Patrick Lesser, Andre Vogt, Pierre Mistretta (77. Niklas Odenwald).

SC Borussia Fulda: Tobias Wolf – Markus Gröger, Felix Beck, Benjamin Fuß, Mark Niklas Jaksch, Vedran Jerkovic, Leon Pomnitz (75. Marius Müller), Dennis Müller, Daniel Kornagel, Younes Bahssou (16. Sebastian Alles), Matija Poredski (22. Marcel Trägler).

Schiedsrichter: Timo Wlodarczak (Weiterode).

Tore: 1:0 Patrick Schaaf (3.), 2:0 Vedran Jerkovic (15., Eigentor), 2:1 Dennis Müller (58.).

Zuschauer: 4.500. +++