Julian Pecks: Zwangspause zur Unzeit

Es ist eigentlich die perfekte Phase der Saison, um als Perspektivspieler auf sich aufmerksam zu machen: In der Hessenliga geht es für den TSV Lehnerz um nichts mehr und Trainer Henry Lesser nutzt die verbleibenden Spiele, um Personal und Systeme für die kommende Runde zu testen. Julian Pecks wäre ein Kandidat für zusätzliche Spielzeit gewesen, doch der Abwehrspieler laboriert an einer Oberschenkelzerrung und wird auch das Derby beim SV Flieden (Samstag, 15 Uhr) verpassen.

„Das ist natürlich bitter, in so einer Phase zu fehlen. Aber ich kämpfe mich zurück und möchte noch zwei, drei Spiele in der Saison machen, um mich zu empfehlen“, sagt Pecks, der derzeit bei TSV-Physio Michael Franz in Behandlung ist. Der 23-Jährige ist in seiner dritten Spielzeit beim Fuldaer Stadtteilverein, der Durchbruch ist ihm bisher verwehrt geblieben. In dieser Saison hat Pecks aber einen Schritt nach vorne gemacht, kam bisher zu sieben Einsätzen in der Hessenliga und stand beinahe jeden Spieltag im Kader. „Ich bekomme vom Trainer und Verein ein gutes Feedback zu meiner Entwicklung“, erzählt der Innenverteidiger, der jüngst seinen Vertrag – trotz diverser Anfragen anderer Klubs – verlängert hat. „Ich spiele einfach sehr, sehr gerne in Lehnerz“, begründet Julian Pecks seinen Verbleib an der Richard-Müller-Straße.

Dass durch Sebastian Bartels Abgang eine Planstelle in der Verteidigung frei wird und Pecks‘ Chancen auf mehr Einsatzzeit dadurch steigen, habe die Entscheidung zusätzlich erleichtert. „Ich bin aber auch kein Spieler, der jedes Jahr wechseln will – und Geld ist für mich, obwohl ich als Student auch darauf angewiesen bin, nicht das Entscheidende“, betont Pecks und zieht einen Verbleib beim TSV („ein sehr familiärer Klub“, Pecks) vor. Für die kommende Saison hat der Verteidiger klare Zielvorstellungen: „Ich will zu den ersten 14 Spielern gehören und mir einen Stammplatz erkämpfen“, so Pecks, der aus Edelzell stammt und einst aus Bronnzell den Schritt nach Lehnerz wagte.

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Beim TSV lief es in den letzten Wochen alles andere als rund, gegen Abstiegskandidaten wie Oberrad, Alzenau oder Eschborn zeigten sich die Mannen von Henry Lesser als verlässlicher Punktelieferant. Gutes Omen für den SV Flieden? „Wir wollen gewinnen, werden hundert Prozent geben und das Spiel nicht abschenken“, versichert Pecks, der den Buchonen aber den Klassenerhalt wünscht. „Es ist klar, dass wir lieber nach Flieden fahren. Sollten Steinbach und Bad Soden noch aufsteigen, wäre das schon cool, fünf Hessenligisten in der Region zu haben“, blickt Pecks voraus. Warum es für seine Lehnerzer zuletzt so schlecht lief? „Seit wir gemerkt haben, dass es für ganz vorne nicht reichen wird, ist die Luft raus. Es fehlen einfach die letzten Prozente und man geht einen Schritt weniger“, erklärt der Student der Internationalen BWL.

Ums Ganze geht es dagegen für die Kicker aus dem Königreich. „Für Flieden ist das meiner Meinung nach der letzte Strohhalm. Sie haben eine gute Einheit mit einem enormen Willen“, erwartet Pecks – wie es für ein Derby typisch ist – eine enge Kiste. Der Rechtsfuß würde nur zu gerne mitmischen und sich weiter empfehlen. Um kommende Saison neu anzugreifen und im dann vierten Jahr beim TSV den Durchbruch im Hessenliga-Kader zu schaffen.