Joker RUMMEL sticht – Lehnerz gewinnt lahmes Derby

Die dritte Auflage des Stadtderbies ging wie schon vor zwei Wochen an den TSV Lehnerz. Am Mittwochabend schlugen die Schützlinge von Henry Lesser an der heimischen Richard-Müller-Straße die Borussia aus Fulda im Achtelfinale des Kreispokals mit 1:0 (0:0). Im Viertelfinale wartet nun der SV Flieden.

Nein, sagen wollte er nichts. Dominik Rummel wirkte angefressen. Der Stürmer des TSV Lehnerz erzielte wenige Momente vor dem Abpfiff den späten Siegtreffer für sein Team. Pierre Mistretta hatte ihn schön in die Gasse geschickt, Rummel blieb eiskalt vor dem Tor und ließ Borussen-Keeper Tobias Wolf keine Chance – 1:0 (90.). Doch äußern wollte er sich nicht. Vermutlich, weil er erneut nur auf der Bank Platz nehmen musste und sein Platz im Sturmzentrum erneut Kemal Servan einnahm, der vor zwei Wochen umjubelter Doppeltorschütze beim 4:1-Heimerfolg war. Mit seinem Schweigen stand Rummel aber nicht alleine da. Auch SCB-Trainer Oliver Bunzenthal wollte nicht zum Spielverlauf äußern. „Ich bin heute der falsche Ansprechpartner. Wir sind niedergeprügelt worden, da will ich mich nicht äußern“, war Bunzenthal mit der – in seinen Augen harten – Gangart der Hausherren nicht einverstanden.

Dabei war es eher ein lauer Sommerkick den sich beide Kontrahenten lieferten. Die Luft schien raus zu sein nach den den letzten Derbywochen. Und auch die Zuschauer schienen „Derbymüde“ zu sein. Mucksmäuschenstill ging es phasenweise am Sportplatz zu. Und das, obwohl für einen Mittwochabend stattliche 1.100 Fans den Weg in die Richard-Müller-Straße gefunden haben. Diese bekamen aber nur Fußball-Magerkost zu sehen. Erntshafte Torraumszenen blieben im ersten Durchgang Mangelware und konnten an einer Hand abgezählt werden. Nach einer halben Stunde kam TSV-Schlussmann Aykut Bayar gerade noch vor Matija Poredski an den Ball, wenig später versuchte es Lehnerz‘ Renato Tusha mit einem schönen Schuss, der am langen Pfosten vorbeiging (38.). Die beste Gelegenheit besaß TSV-Spieler Patrick Lesser, der nach Zuspiel von Tusha plötzlich völlig frei vor Tobias Wolf auftauchte, aber am Torwart der Borussen scheiterte (45.). Die aussichtsreichste Gelegenheit der Gäste war ein Freistoß von Nikola Milankovic, der gut zwei Meter am Tor vorbeiging (30.).

„Keine der beiden Mannschaften wollte verlieren. Es war ein typisches Pokalspiel. Am Ende haben wir verdient gewonnen, weil wir die Mehrzahl an Möglichkeiten hatten“, resümierte Lehnerz Trainer Henry Lesser. Die erste Möglichkeit im zweiten Abschnitt hatte aber erneut Borusse Milankovic, der nach einer undurchsichtigen Szene im TSV-Strafraum zu hoch zielte (53.). Kurz darauf dann ein klasse Freistoß vom Lehnerzer Andre Vogt, den Wolf zur Ecke klärte (55.). Das war der Auftakt für die beste Phase der Hausherren. Zehn Minuten später stand Kemal Servan nach Doppelpass mit Mistretta allein vor Wolf, doch anstatt selbst zu schießen versuchte er den Querpass auf Mistretta – der Ball wurde geklärt (65.).

Borussias beste Aktion in Durchgang zwei hatte Poredski, dessen strammer Schuß zu ungenau platziert war und Aykut Bayar mit den Fäusten klären konnte (85.). Dann wurde Dominik Rummel eingewechselt, der nur eine Minute später beinahe die Führung erzielte: eine flache Hereingabe von Patrick Lesser ließ Tobias Wolf prallen, doch Rummel setzte den Ball im Liegen über den Kasten (86.). Wenig später machte er es besser als er nach Balleroberung von Patrick Lesser und Zuspiel von Pierre Mistretta den späten Siegtreffer erzielte. „Momentan läuft es bei uns nicht gut. Heute haben wir unglücklich verloren“, gab Borusse Leon Pomnitz zu Protokoll und ergänzte: „Der Fokus liegt aber klar auf der Runde. Das war heute ein besseres Testspiel für uns.“ Nach den letzten Derby-Wochen sei die Luft etwas raus gewesen. Vor dem Anpfiff musste Borusse Marius Müller seinen Einsatz kurzfristig absagen. Er habe sich bereits im Abschlusstraining verletzt und wollte kein Risiko eingehen und für das Gastspiel am Samstag in Griesheim zur Verfügung stehen.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

TSV Lehnerz: Aykut Bayar – Niklas Odenwald, Julian Pecks, Sebastian Sonnenberger, Andre Vogt – Niklas Breunung, Patrick Schaaf, Renato Tusha (85. Dominik Rummel), Pierre Mistretta, Patrick Lesser – Kemal Sarvan (69. Jan-Niklas Jordan).

Borussia Fulda: Tobias Wolf – Sasa Dimitrijevic (46. Christopher Krause), Sebastian Ruhl, Nikola Milankovic, Cino Schwab – Vedran Jerkovic, Leon Pomnitz, Dennis Müller, Daniel Schirmer (64. Marcel Trägler) – Matija Poredski.

Schiedsrichter: Nicklas Rau (Nidderau).

Zuschauer: 1.100

Tore: 1:0 Dominik Rummel (90.).+++