Flieden hadert mit dem Schiedsrichter: SCHAAF mit Last-Minute-Ausgleich

Ein Freistoß in der Nachspielzeit rettet dem TSV Lehnerz im Hessenliga-Derby gegen den SV Buchonia Flieden einen schmeichelhaften Punkt. Patrick Schaaf schlenzte den Ball unhaltbar zum Ausgleich an den Innenpfosten. Fliedens Patrick Broschke, der an alter Wirkungsstätte zum 1:0 traf, hätte mit dem 2:0 den Sack bereits zumachen müssen – so blieb die Partie offen und Lehnerz kam zum Last-Minute-Ausgleich.

„Den muss ich natürlich machen, aber ich habe den Gegenspieler im Rücken gespührt und zu überhastet abgeschlossen“, ärgerte sich Broschke über die vertane Möglichkeit. Fabian Schaub bediente Broschke, der aus gut elf Metern freistehend verzog (75.). Es war eine von mehreren Konterchancen, die Flieden nicht zur Entscheidung nutzen konnte. Lehnerz drückte in der Schlussviertelstunde mit Mann und Maus auf den Gegentreffer, hatte aber keine klaren Tormöglichkeiten. Erst ein fragwürdiger Freistoßpfiff von Schiedsrichter Steffen Rabe direkt an der Strafraumkante ermöglichte schließlich den schmeichelhaften Punkt. Schaaf traf und Flieden fühlte sich um einen Sieg betrogen.

„Was immer der Schiedsrichter da in der Nachspielzeit gesehen hat, wird sein Geheimnis bleiben. In einem Derby pfeift man so einen Freistoß nicht. Er hat es gemacht, damit müssen wir jetzt leben. Aus unserer Sicht sind es aber zwei verlorene Punkte“, ärgerte sich Fliedens Coach Meik Voll über die Entstehung des Ausgleichs. Die Buchonen haben es von ersten Minute an sehr gut gemacht, in der neuen 4-4-2-Formation mit Schaub und Broschke im Sturm hatte Voll seinen Jungs „auf jeden Fall ein Tor zugetraut“. Vor der Pause gab es wenig Torraumsszenen, das Spiel war von zwei gut stehenden Defensiven und Pressing im Mittelfeld geprägt.

Direkt nach dem Seitenwechsel ging der Matchplan der Fliedener dann auf. Fabian Schaub setzte sich nach einem Einwurf auf der rechten Seite in unwiderstehlicher Manier durch und flankte auf Patrick Broschke. Der legte sich den Ball vor, siegte im Zweikampf mit Sebastian Sonnenberger und netzte zum 1:0 (47.). „Natürlich ein tolles Gefühl, dass ich endlich ein Tor geschossen habe. Mir hat der Platz in der Sturmspitze gut getan“, so der Torschütze. Nach der Führung stellte Voll aber wieder auf 4-2-3-1 um. „Patrick musste wieder auf die rechte Seite, wir wollten defensiver stehen“, erklärte Fliedens Trainer.

Lehnerz hatte nun deutlich mehr Ballbesitz und nach 55 Minuten auch endlich die erste echte Torchance: Mistretta steckte auf Rummel durch, der aus spitzem Winkel an Keeper Jonas Ritzel scheiterte – der Lehnerzer Stürmer musste kurze Zeit später ausgewechselt werden, weil er einen Schlag auf die verletzte Hand bekommen hat. Eine weitere Chance hatte Patrick Lesser, der ebenfalls aus spitzem Winkel nicht zum Erfolg kam (66.). Die unbestritten größte Möglichkeit vergab wie erwähnt Broschke, der das Spiel somit offen hielt.

Ausgleichstorschütze Patrick Schaaf war schlussendlich mit dem Punkt zufrieden: „Nach der Pause machen wir indivuelle Fehler, die Flieden natürlich in die Karten spielen. Dennoch hatten auch wir ein paar Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Dass der Freistoß am Ende reingeht, ist sicher glücklich, aber auch das muss man sich erarbeiten. Wir können mit 1:1 ganz gut leben, andere hätten die Punkte sicher eher gebraucht.“

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Zuschauer: 700.

Tore: 0:1 Patrick Broschke (47.), 1:1 Patrick Schaaf (90.+1).