„Erste“ scheidet aus dem Kreispokal aus

Pokal-Aus für den TSV Lehnerz: Am Mittwochabend unterlag der Tabellenzweite der Hessenliga beim SV Flieden mit 0:3 (0:0) und verpasste den Einzug ins Finale. In der Schlussphase sorgten Andre Leibold und Sascha Rumpeltes mit einem sehenswerten Freistoß für den Sieg. Die Buchonen zogen ins Finale ein und träumen vom Hessenpokal. Niklas Schneider sorgte kurz nach seiner Einwechslung für den Endstand.


Schneider war keine Minute auf dem Feld, da vollendete der eingewechselte Offensivmann einen Konter souverän zum dritten Fliedener Treffer des Tages (87.). Es war das dritte Buchonen-Tor binnen sechs Minuten, das Lehnerz aus dem Pokal kickte. Denn zuvor trafen, nachdem alles nach Verlängerung aussah, Leibold (82.) und Rumpeltes (85.) für die Hausherren. Die hatten sich für den Pokal einiges vorgenommen.

Denn während Meik Voll, Trainer der Hausherren, seine Elf auf lediglich zwei Positionen (Wess für Hohmann, Bartel für Lingenfelder) veränderte, änderte Marco Lohsse seine Startformation auf gleich sieben Positionen. Torwart Benedikt Kaiser, Leon Wittke, Niklas Odenwald, Steven von der Burg, Christoph Sternstein, Franz Ruppel und Marcel Trägler rückten in die erste Elf. Vielleicht lag es auch daran, dass Lehnerz längere Zeit brauchte, um sich gute Chancen zu erarbeiten.

„Wir haben mit einem komplett neuen Mittelfeld gespielt. Das hat man phasenweise gesehen, phasenweise nicht“, sagte TSV-Trainer Marco Lohsse nach dem Aus im Halbfinale. Nachdem Alex Reith einen ersten Abschluss hatte (10.), übernahmen zunehmend die Buchonen im ersten Durchgang das Heft in die Hand. Fabian Schaub luchste Reith den Ball ab, legte quer auf Marc Röhrig und der drosch die Kugel direkt über die Latte (23.). Schon zuvor hatte Schaub aus spitzem Winkel den Abschluss gesucht, Kaiser aber war zur Stelle (12.).

Die beste Lehnerzer Chance hatte Steven von der Burg, der Fliedens Torwart Florian Wess umkurven wollte, Wess aber noch zur Stelle war (34.). Bis zur Pause sollte am Weiher aber nicht mehr passieren und das Derby, das unterhaltsam begonnen hatte, verflachte – auf zugegeben schwer zu bespielenden Platz – zusehend. Daran sollte sich auch im zweiten Durchgang zunächst nichts ändern.

„Es war heute kein gutes Spiel. Spieler wie Alex Reith oder Steven von der Burg sollten die junge Mannschaft führen, aber da kam zu wenig. Ausnehmen möchte ich die jungen wie Franz Ruppel, die stark gespielt haben“, fand Lohsse klare Worte. Denn erst nach rund 60 Minuten erhöhten die Gäste den Druck und kamen durch den eingewechselten Youm (57.), einem abgefälschten Schuss des ebenfalls eingewechselten Wollny (60.) und einem Kopfball von von der Burg nach der anschließenden Ecke zu drei guten Möglichkeiten binnen weniger Minuten. Wollny geriet wenig später zur unglücklichen Figur, als er sich beim Versuch, einen zu lang geratenen Ball zu kontrollieren, verletzte und wieder ausgewechselt werden musste (70.).

Weil Lehnerz aus seiner zeitweisen Überlegenheit aber zu wenig klare Chancen kreierte und Flieden meist über Standards gefährlich blieb, deutete vieles auf eine Verlängerung hin. Bis Andre Leibold in der Schlussphase zur Führung einschob. Schaub hatte sich stark durchgesetzt, ehe Fliedens Kapitän die Kugel irgendwie über die Linie drückte. Und der SV Flieden, er war jetzt drauf und dran, den favorisierten TSV Lehnerz ein zweites Mal in der Saison auf heimischen Geläuf zu schlagen.

Nur wenige Momente später zirkelte Sascha Rumpeltes einen Freistoß sehenswert in den Knick und machte die Überraschung perfekt. Niklas Schneider besorgte schließlich gegen aufgerückte Lehnerzer den 3:0-Endstand. „Ich denke, dass wir verdient, aber zu hoch gewonnen haben“, sagte Voll nach dem Einzug ins Finale, das entweder gegen den TSV Rothemann oder den SV Neuhof steigt.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

SV Flieden: Florian Wess – Luca Gaul, Nico Hohmann, Marc Röhrig, Andre Leibold, Marc Götze (46. Dario Stange), Jonas Lembach, Sascha Rumpeltes, Fabian Schaub (86. Niklas Schneider), Christian Bohl (77. Felix Hack), Tobias Bartel.

TSV Lehnerz: Benedikt Kaiser – Julian Pecks, Leon Wittke, Alexander Reith, Niklas Odenwald, Steven von der Burg, Andre Vogt, Christoph Sternstein (57. David Wollny, 70. Sebastian Sonnenberger), Sebastian Bartel, Franz Ruppel, Marcel Trägler (46. Yu Shin Youm).

Schiedsrichter: Johannes Frohnapfel (Neuhof).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 Andre Leibold (82.), 2:0 Sascha Rumpeltes (85.), 3:0 Niklas Schneider (87.). +++