„Erste“ gewinnt emotionsloses Derby souverän

War das der Abstieg für den SV Buchonia Flieden? Im Hessenliga-Derby gegen den TSV Lehnerz zogen die Schützlinge von Meik Voll am Samstag mit 1:3 (0:1) den Kürzeren und brauchen jetzt wohl ein mittleres Fußball-Wunder, um den Gang in die Verbandsliga noch abzuwenden. Mit einem Doppelschlag kurz nach Wiederanpfiff zerstörte TSV-Stürmer Alex Reith die Hoffnung der Buchonen auf eine Wende, sorgte aber mit einer Geste zur Fliedenbank für mächtig Aufregung.


Kurz gesagt, hatte Flieden einfach nichts zu bieten, um die favorisierten Lehnerzer in Gefahr zu bringen. „Wir haben es bis zum 1:0 gar nicht schlecht gespielt, wir wollten und mussten etwas machen. Fakt ist aber auch, dass wir in den ersten 45 Minuten keine einzige Torchance hatten – so kann man kein Fußballspiel gewinnen“, sagt Fliedens Trainer Meik Voll. Flieden versuchte, spielerisch in die Partie zu kommen, selbst die Initiative zu übernehmen. Ob es nun Hektik oder Nervosität war, aber die Buchonen machten in Ballbesitz viel zu viele unnötige Fehler, die den TSV über die schnellen Reith, Tusha und Odenwald zu Kontern einluden.

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„Bezeichnend ist dann, wie wir das Tor fangen. Das war ein Sinnbild für die ganze Saison“, ist sich Voll sicher. Alexander Reith stürmt über die rechte Außenbahn und bringt den Ball etwas ungenau nach innen. Fliedens Keeper Lukas Hohmann rutscht aus, schießt im Liegen den heranpreschenden Patrick Lesser an und der Ball trudelt zum 1:0 über die Linie. „Ich hatte mir das Auftreten der Fliedener völlig anders vorstellt“, sagte Lehnerz-Kapitän Patrick Schaaf, „Eschborn, Alzenau oder Vellmar haben in den letzen Spielen gegen uns mit deutlich mehr Aggressivität gespielt. Flieden wollte mitspielen und ist daran wohl gescheitert.“

Nach dem Seitenwechsel machte Alexander Reith mit seinem Doppelschlag einen Strich durch alle Fliedener Hoffnungen: Erst trickste sich der quirlige Ex-Fliedener durch den Strafraum und traf (50.), dann vollendete er per Heber (55.), sorgte aber mit einer „Winke-Winke-Geste“ zu den Ex-Kollegen für Ärger. Ein Standard, den Fabian Schaub per Kopf zum 1:3-Anschluss in die Maschen wuchtete, sollte eine kurze Phase des Fliedener Aufbäumens auslösen. Lehnerz spielte jedoch zu abgeklärt, als dass der Sieg je in Gefahr gewesen wäre.

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„Wir haben nur eine Chance zugelassen, verdient gewonnen, aber so richtige Freude will bei uns nicht aufkommen“, fasste Lehnerz‘ Henry Lesser das Derby zusammen, „Derbies machen den Fußball aus und es wäre schade, wenn Flieden nächstes Jahr nicht mehr in der Hessenliga auf uns trifft, aber so ist Fußball.“ Wie gesagt: Ein mittelschweres Fußballwunder wäre nötig, um die Kicker aus dem Königreich noch zu retten. Der Klassenerhalt wurde nicht heute gegen Lehnerz verspielt. Mit mickrigen vier Punkten im neuen Jahr hilft auch die starke Hinserie wenig.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

SV Flieden: Lukas Hohmann, Dennis Fischer (56. Sebastian Dinov), Leonardo Kovacevic, Nico Hohmann, Andre Leibold, Mohammad Habakzah, Abdullahhan Acikel (46. Sascha Rumpeltes), Lukas Heil, Gabriel Mueller, Jan-Niklas Jordan (53. Filip Osman), Fabian Schaub.

TSV Lehnerz: Benedikt Kaiser, Sebastian Bartel, Niklas Breunung, Sebastian Sonnenberger, Alexander Scholz, Patrick Schaaf, Renato Tusha (82. David Wollny), Christian Eckerlin, Patrick Lesser, Niklas Odenwald (72. Marek Weber), Alexander Reith (57. Andre Vogt).

Schiedsrichter: Nicklas Rau (Nidderau).

Zuschauer: 450.

Tore: 0:1 Patrick Lesser (31.), 0:2 Alexander Reith (50.), 0:3 Alexander Reith (55.), 1:3 Fabian Schaub (62.).

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