Borussia Fulda und TSV Lehnerz gründen die „SG Barockstadt Fulda Lehnerz“

Um dem höherklassigen Fußball in Osthessen auch zukünftig eine Heimat zu geben und den daraus resultierenden Anforderungen gerecht zu werden, wollen die Aushängeschilder der Region in Sachen Fußball, der SC Borussia Fulda und der TSV Lehnerz ihre Kräfte bündeln und sich zukünftig gemeinsam den Herausforderungen stellen. Sowohl für den SCB als auch für den TSV sind Traditionen und gewachsene Strukturen ein wichtiger Bestandteil der beiden Vereine, aber „Tradition heißt nicht, Asche zu bewachen, sondern die Glut anzufachen“ und deshalb haben die Vereinsverantwortlichen bereits im Laufe der Hinrunde im letzten Jahr Gespräche aufgenommen, um den höherklassigen Fußball in der Region zukunftsfähig zu machen.

Wir wollen das Knowhow, die Spieler, Sponsoren, Fans und ehrenamtlichen Helfer der beiden Vereine regional zusammenführen, um so einen Verein zu schaffen, der überregional nachhaltig in der Lage ist, sowohl im Senioren- als auch im Nachwuchsfußball wirtschaftlich und sportlich erfolgreich zu arbeiten. Aus zwei guten Hessenligateams soll nun eine noch schlagkräftigere Mannschaft entstehen, die sich in der Spitze der Hessenliga etablieren kann und auch perspektivisch die sportlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten hat, kontinuierlich Regionalliga Fußball in der Region abbilden zu können.

Die Umsetzung ist aufgrund der verbandsrechtlichen Auflagen schwierig. Eine Zusammenführung der betreffenden Aktivitäten in einem neuen Verein wäre ideal, aber durch die verbandsrechtlichen Vorgaben unmöglich. Die bestehenden Spielklassen beider Vereine würden verlorengehen und der neue Verein müsste in einer unteren Liga, wahrscheinlich Kreisoberliga, starten. Daher muss die verbandsrechtliche Identität mindestens eines Vereins erhalten bleiben. Aufgrund der vorteilhafteren Situation des TSV Lehnerz, mit der ersten Mannschaft in der Lotto-Hessenliga und der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga, haben sich die Vereinsverantwortlichen dazu entschieden, das Vorhaben unter der Rechtsträgerschaft des TSV Lehnerz zu realisieren. Eine separate eigenständige Führung des Bereiches der 1. und 2. Seniorenmannschaft unter „semi-professionellen Strukturen“ ist angedacht. Für den SC Borussia Fulda bedeutet dies, die Spielberechtigung für die Hessenliga aufzugeben. Der Verein bleibt ansonsten in seinen bestehenden Strukturen erhalten. Das gilt auch für den Jugendbereich.

Die Zusammenführung der Aktivitäten im Seniorenfussball macht weitere Schritte erforderlich. Der TSV Lehnerz wird am Ende der Saison vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder umbenannt werden. Ebenso werden neue Vereinsfarben und ein neues Wappen bestimmt. Für den neuen Vereinsnamen schlagen die Verantwortlichen einen für beide Vereine neutralen und doch stark auf die Region hinweisenden Namen vor. Ab der neuen Spielzeit sollen die Mannschaften unter dem Namen SG Barockstadt Fulda Lehnerz auflaufen.

Die SG Barockstadt Fulda Lehnerz hätte somit sehr gute Startvoraussetzungen und eine gute Basis. Der Name ist bewusst durch Zusatz SG neutral gehalten und in Fulda-Lehnerz finden sich beide Vereine wieder. Der Zusatz Barockstadt soll die Verbundenheit zur Stadt Fulda ausdrücken, um auch hier der Stadt ein deutliches Zeichen für eine werthaltige Zusammenarbeit zu geben.

Die Führung des SG Barockstadt Fulda Lehnerz soll durch die beiden bisherigen

1. Vorsitzenden Herrn Martin Geisendörfer und Herrn Peter Enders übernommen werden. Damit werden sich die zwei führenden Persönlichkeiten des osthessischen Fußballs, deren Herz unbestritten für ihren jeweiligen Verein schlägt, zusammen für den neuen Verein engagieren. Der Vorstand wird durch bestehende Vorstandsmitglieder beider Vereine noch ergänzt. Außerdem soll die Vereinsführung durch einen Beirat, der durch jeweils zwei Vertreter der bisherigen Vereine und eine neutrale Person besetzt werden soll, unterstützt werden.

Beide Vereine sehen die „fußballerische Zukunft der Stadt Fulda und Region Osthessens“ dadurch langfristig gesichert. Federführend waren es die Herren Martin Geisendörfer und Peter Enders, zwei erfolgreiche Geschäftsleute mit viel Herzblut für den Fußball ausgestattet. Beide sind seit Jahren überaus engagiert und erfolgreich in ihrem Wirken.
Dass beide trotz Ihrer großen Verbundenheit zu Ihren Vereinen diesen Weg gehen wollen, ist ein großer Schritt für den Fußball in Stadt und Land.

Die neuen Farben des Vereins setzen sich nach den Vorstellungen der Führungsteams aus den bisherigen Farben der Vereine zusammen. Das neue Wappen soll dann zusammen mit den Mitgliedern und Fans in den nächsten Wochen erstellt werden.

Bei der ersten Mannschaft des Vereins ist angedacht, dass sie in Fulda in der Johannisau spielt und trainiert. Einzelne Spiele werden auch in Lehnerz stattfinden. Der TSV Lehnerz hat aktuell noch Aufstiegschancen und hätte in der Regionalliga auch schon einige Heimspiele – entweder die mit einem hohen Zuschaueraufkommen oder sogenannte Risikospiele – im Stadion austragen müssen. Die zweite Mannschaft spielt und trainiert in Lehnerz.

Das Stadion der Stadt Fulda als federführende Austragungsstätte der ersten Mannschaft wurde und wird weiter modernisiert.

Abschließend möchten wir noch anmerken, dass die Veränderung am kommenden Freitag erst noch von der Mitgliederversammlung in Lehnerz abgesegnet werden müssen. Ebenso wird es auch bei Borussia Fulda eine Informationsveranstaltung für Mitglieder am nächsten Freitag geben, bei der über die Absichten abgestimmt wird.

Viele im Umfeld des osthessischen Fußballsports haben darauf gewartet und uns bestärkt diesen Weg zu gehen, auch wenn gerade die Funktionäre zum Wohle der Zukunft über Ihre Schatten springen mussten. Gerade dies dokumentiert jedoch die Charakterstärke und persönliche Größe der handelnden Personen.

Professionelle Strukturen für höherklassigen Fußball in Osthessen zu schaffen, gepaart mit einem, geselligen Vereinsleben ist das Ziel der SG Barockstadt Fulda Lehnerz. Ein Verein, in dem das gemeinsame Miteinander die Basis für den angestrebten Erfolg darstellt und in dem „Verein“ gelebt werden soll.