Alex Reith rettet Punkt im Derby

Ein Unentschieden, das sich Borussia Fulda selbst zuzuschreiben hat: am Samstagabend führten die Hausherren im Derby gegen den TSV Lehnerz bereits mit 2:0 und mussten sich am Ende doch mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben. In Halbzeit zwei beschränkten sich die Borussen zu sehr auf die Defensive und wurden dafür eiskalt bestraft.


Lag es nun an der zu defensiven Taktik der Hausherren im zweiten Durchgang oder an den schwindenden Kräften, dass die Borussia sich am Ende eines intensiven Derbies mit einer Punkteteilung begnügen musste? „Wir wollten ein bisschen defensiver spielen in der zweiten Hälfte“, gab SCB-Trainer Thomas Brendel nach Abpfiff zu, „aber unsere Kräfte sind natürlich geschwunden. Als zu defensiv habe ich uns aber nicht wahrgenommen.“ Fakt ist: im zweiten Abschnitt, als die Hausherren schon 2:0 führten, überließen die Hausherren den Gästen das Feld und lauerten selbst auf Konter.

Einen davon vergab Leon Pomnitz allzu fahrlässig, als sein Abspiel zu Matija Poredski zu ungenau geriet (57.). „Das ist eigentlich ein todsicheres Ding“, stellte Brendel fest. Und wie es nun mal so ist, wenn Möglichkeiten nicht genutzt werden, wurde der SCB dafür bestraft. Denn zunächst markierte Pierre Mistretta mit einem herrlichen Volley in Folge einer Ecke das 1:2 (65.), bevor Alex Reith einen Elfmeter nach Foul von Felix Beck an Patrick Schaaf sicher verwandelte (84.). „Ich denke, es war ein glücklicher, aber verdienter Punkt für uns“, sagte TSV-Interimstrainer Kevin Steudter, der einmal mehr die Moral seiner Schützlinge lobte.

Allerdings hatten die Gäste über die gesamte Spielzeit gesehen kaum nennenswerte Gelegenheiten, um Tore zu erzielen. Alex Scholz mit einem Versuch aus der Distanz (8.) und Kemal Sarvans Kopfball neben das Tor waren die aussichtsreichsten Gelegenheiten (45.). Zu diesem Zeitpunkt aber lagen die Gäste schon zurück. „Wir haben irgendwann die Struktur verloren und zu viele Räume gelassen“, sagte TSV-Verteidiger Julian Pecks. Denn aus zwei Standards erzielten die Hausherren die scheinbar beruhigende 2:0-Führung. Marius Müller jagte einen Freistoß von rechts kurz hoch in den Winkel (23.) und Vedran Jerkovic köpfte völlig freistehend einen Freistoß von Dennis Müller in die Maschen (39.).

Danach überrollten die Borussen die Gäste förmlich und haben durch Marius Müller die große Chance auf das 3:0 (41.). „Wenn wir da das dritte Tor nachlegen, ist das Ding gegessen“, sagte Brendel. Sein Gegenüber, Kevin Steudter, stellte in der Pause auf eine Dreierkette um, um den Druck auf Borussia zu erhöhen. Trotzdem erspielten sich die Gäste kaum Gelegenheiten. „Wir waren sehr sicher gestanden“, sagte SCB-Neuzugang Sebastian Alles, „so ist es absolut bitter, dass wir zwei Punkte verschenkt haben. Aber das haben wir uns selbst zuzuschreiben.“

Julian Pecks, der kurzfristig für Sebastian Kress in die Innenverteidigung rutschte, resümierte: „Wir sind weiter ungeschlagen, haben den besten Saisonstart gefeiert. Es ist egal, wer Trainer ist, wir haben einen unglaublich guten Teamgeist.“ Der Punkt, so Pecks, sei verdient gewesen, weil man nie aufgegeben und immer daran geglaubt habe, in Fulda einen Zähler mitnehmen zu können. Vom Spielverlauf und den Möglichkeiten aber betrachtet, war das Unentschieden äußerst glücklich für den Gast.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Borussia Fulda: Tobias Wolf – Felix Beck, Daniel Kornagel (31. Dustin Ernst), Leon Pomnitz, Vedran Jerkovic, Matija Poredski, Benjamin Fuß, Marius Müller (71. Nikola Milankovic), Sebastian Alles, Markus Gröger, Dennis Müller (86. Marcel Trägler).

TSV Lehnerz: Benedikt Kaiser – Alexander Scholz, Alexander Reith, Patrick Lesser (65. David Wollny), Pierre Mistretta, Patrick Schaaf, Steven von der Burg (46. Jan-Niklas Jordan), Andre Vogt (85. Niklas Odenwald), Kemal Sarvan, Sebastian Sonnenberger, Julian Pecks.

Schiedsrichter: Marco Unholzer (Birkenau).

Zuschauer: 4.999.

Tore: 1:0 Marius Müller (23.), 2:0 Vedran Jerkovic (39.), 2:1 Pierre Mistretta (65.), 2:2 Alexander Reith (84.). +++