Hinter Erwartungen und Möglichkeiten: „Nicht gut gespielt“

Gegen den Abstiegsbedrohten FC Bayern Alzenau blieb der TSV Lehnerz am Samstag beim 1:1 (1:0)-Remis weit hinter ihren Erwartungen und Möglichkeiten zurück – in der Fußballersprache hört sich das sanft an. Lehnerz war einfach nur schlecht und die Gäste aus Alzenau hatten sich den Punkt nach 90 Minuten auch verdient. Trainer Henry Lesser fasste es nüchtern zusammen: „Wir haben nicht gut gespielt.“ 

Abwehrrecke Sebastian Sonneberger war nach dem Schlusspfiff bedient: „Wer oben mitspielen will, muss auch mal ein Spiel gewinnen, in dem er nicht die beste Leistung abruft – wir müssen die Führung einfach über die Zeit bringen oder ein zweites Tor nachlegen. Irgendwie waren wir heute nicht richtig da.“ Vor allem in der Nachspielzeit: Alzenaus Hamza Boutakhrit warf den Ball von der Seitenlinie mit letzter Hoffnung nach innen, TSV-Keeper Aykut Bayar langte daneben und Michael Ulbricht musste den Ball nur noch zum 1:1 einschieben – bei Lehnerz lange Gesichter, bei den Gästen Ausnahmezustand.

„Wir haben die Woche vier Mal trainiert, eine Videoanalyse von der schlechten Leistung gegen Eschborn gemacht und uns um 180 Grad gedreht. Endlich haben wir den Ball laufen lassen und Fußball gespielt. Wir hatten auch Lehnerz stärker erwartet. Dieser Punkt tut im Abstiegskampf extrem gut – vor allem für den Kopf“, sagte der Ausgleichsschütze nach dem Spiel. Dabei begann die Partie aus Lehnerzer Sicht absolut nach Maß: Renato Tusha schickte bei einem Konter Pierre Mistretta auf die Reise, Gästekeeper Ricardo Döbert hatte den Lehnerzer nicht so schnell eingeschätzt und legte den 9er völlig unnötig im Strafraum. Patrick Schaaf schoss den fälligen Elfer sicher in die Mitte (19.). Das war die einzige Torraumszene der Lehnerzer.

Auf der anderen Seite sorgte Nico Koukalias zweimal für mächtig Gefahr: Nach einer Viertelstunde ließ Philipp Beinenz Sonnenberger stehen, spielte Koukalias an. Der 7er schoss aus der Drehung aber knapp links vorbei. Wenig später kam er wieder an der Strafraumkante freistehend zum Schuss – wieder knapp links vorbei (28.). Fünf Minuten später war Sonnenberger zu weit von Marco Fritscher weg, schüttelte auch Kress ab, aber schoss Aykut Bayar in die Arme – Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel zeigten die Gäste mehr Willen. Abgesehen von einem Tusha-Schüsschen, war wohl die Tatsache, dass der Grill in der 80. Minute nach zehnminütigem Streik wieder funktionierte, das größte Highlight auf der Heimseite. Bei Alzenau lief zunächst auch wenig zusammen, erst nach 70 Minuten brachte sie Lehnerz ins Spiel. Aykut Bayar trat bei einem Rückpass neben den Ball und musste im Zweikampf gegen den eingewechselten Timo Dauber volles Risiko gehen: Alzenau wollte einen Elfmeter, die Pfeife von Schiedsrichter Patrick Haustein blieb aber stumm. Drei Minuten später schoss Dauber nach einer Ecke von der rechten Seite aufs Tor – Andre Vogt musst auf der Linie retten.

Ein Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt alles andere als unverdient gewesen. Dennoch hatte Lehnerz die Riesenchance zur Entscheidung. Niklas Breunung, der für Alexander Scholz ins Spiel kam, steckte zum ebenfalls eingewechselte Niklas Odenwald durch. Odenwald wurde interessanterweise von Michael Ulbricht gefoult – diesmal fand Patrick Schaaf aber in Keeper Döbert seinen Meister (83.). Umso kurioser, dass Ulbricht am Ende den wichtigen Treffer zum 1:1-Endstand erzielte: „Das freut mich natürlich. Das gibt uns hoffentlich Schub für die letzten Wochen.“ Beim TSV sind nun auch die letzten Hoffnungen auf die Spitze verflogen.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

TSV Lehnerz: Aykut Bayar – Andre Vogt, Sebastian Sonnenberger, Sebastian Kress, Julian Pecks – Alexander Scholz (55., Niklas Breunung), Patrick Schaaf, Renato Tusha, Pierre Mistretta, David Wollny – Kemal Sarvan (30., Niklas Odenwald).

FC Alzenau: Döbert – D. Kallina (80., Kresovic), Fritscher (69., Dauber), Boutakhrit, Ulbricht, Tasgin, Beinenz, N. Kallina, Grünewald (77., Lange), Wilke.

Schiedsrichter: Patrick Haustein (Buseck).

Tore: 1:0 Patrick Schaaf (19., Foulelfmeter), 1:1 Timo Dauber (90.+2).

Zuschauer: 300.

Besonderes Vorkommnis: Patrick Schaaf (83., Lehnerz) scheitert beim Foulelfmeter an Ricardo Döbert.