Schwer erkämpfter Heimsieg über starken Aufsteiger

Schwere Geburt für den TSV Lehnerz: In Halbzeit eins machte der TSV alles andere als eine gute Figur. Das Hessenliga-Spiel am Samstagnachmittag bestimmte der Aufsteiger. Es war dann Marcel Träglers glücklicher Treffer, der den Knoten platzen ließ. Am Ende siegt der TSV Lehnerz mit 2:0 (0:0) und kann damit drei Punkt auf seinem Konto verbuchen. 


Stehende Ovationen nach Fußballspielen sind normal und Ausdruck der Anerkennung einer starken Leistung. Außergewöhnlich wird es, wenn es bereits zur Halbzeit welche gibt. So geschehen am Samstagnachmittag nach der ersten Hälfte zwischen dem TSV Lehnerz und der Spvgg. Neu-Isenburg. Der Aufsteiger hielt beim Favoriten mit, ja er war zeitweise gar die bessere Mannschaft. Eine Handvoll mitgereister Fans honorierten die Vorstellung ihrer Mannschaft und erhoben sich von ihren Sitzen.

„Wir wussten, dass wir hier nur eine Chance haben, wenn wir mutig spielen“, sagte Gäste-Trainer Peter Hofmann nach dem Spiel und sprach von einer ganz starken Leistung seiner Mannen. Dass sie am Ende dennoch mit leeren Händen lag daran, dass Favorit Lehnerz in der zweiten Hälfte stärker wurde. „Neu-Isenburg war der erwartet schwere Gegner. Aber aufgrund der zweiten Hälfte geht der Sieg in Ordnung“, meinte TSV-Trainer Marco Lohsse. Mit seinem Wechsel Osman Özlük für Niklas Odenwald (61.) machte Lohsse alles richtig.

Bis dato waren die Angrifssbemühungen weitgehend überschaubar. Dann aber tankte sich der frische Özlük durch die Neu-Isenburger Abwehr, der Ball kam zu Marcel Trägler, der das Leder im zweiten Versuch irgendwie über die Linie bugsierte (62.). Özlük wurde aber noch zur tragischen Figur des Spiels: aus einem zu langen Ball von Bravo-Sanchez machte die Lehnerzer Nummer 8 mit größtem Einsatz noch einen Eckball – und verletzte sich bei dieser Aktion am Oberschenkel. „Die Muskulatur hat etwas abbekommen, wahrscheinlich ist es etwas gerissen“, sagte Lohsse, der um die ersten drei Punkte aber lange zittern musste.

„Bis zum Schluss stand nicht fest, dass Lehnerz als Sieger vom Feld geht. Wir hatten zwar nicht die großen Chancen, haben das Spiel aber offengehalten“, hatte Neu-Isenburgs Trainer Hofmann festgestellt. Als seine Mannen in der Nachspielzeit alles nach vorne warfen, kassierten die Gäste aus einem eigenen Eckball das 2:0 durch Jan-Niklas Jordan (90.).

Den besseren Start in die Begegnung allerdings hatten die Gäste. Jan Gebhardt hätte den Aufsteiger nach acht Minuten in Führung bringen können, ja müssen, als er nach einem Patzer von Kemal Sarvan aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbeischoss. „Wir hatten immer wieder Phasen, in denen wir besser waren“, hatte Hofmann richtigerweise gesehen. Denn von Lehnerz kam in Hälfte eins nur wenig.

Die beste Möglichkeit hatte Marcel Trägler, der die in der Mitte völlig freistehenden Marius Strang und Pierre Mistretta bedienen wollte, aber den Ball einem Neu-Isenburger in die Füße spielte (15.). Nach einer halben Stunde strich ein Schuss von Alex Reith knapp über den Kasten. „Wir sind erst in Hälfte zwei besser geworden, da haben wir keine Chance zugelassen“, fasste Lohsse Halbzeit zwei zusammen.

In der wurden die Hausherren tatsächlich druckvoller, ohne sich aber wirklich zwingende Möglichkeiten zu erspielen. „Das ist dann aber eben die individuelle Klasse einer Mannschaft wie Lehnerz“, sagte Peter Hofmann über den Sieg der Gastgeber. Dieser kam zwar etwas glücklich zustande, ging aber aufgrund der zweiten Hälfte dann doch irgendwie in Ordnung. Mit vier Punkten aus zwei Spielen startete der TSV zufriedenstellend in die neue Saison.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

TSV Lehnerz: Aykut Bayar – Sebastian Bartel, Sebastian Sonnenberger, Kemal Sarvan – Yoo-Shin Yeom, Patrick Schaaf – Pierre Mistretta (37. Antonio Bravo Sanchez), Niklas Odenwald (61. Osman Özlük, Jan-Niklas 76. Jordan), Marius Strangl –  AlexanderReith, Marcel Trägler.

Spvgg. Neu-Isenburg: Lazar Kacarevic – Kazuki Kamikawa, Mario Rhein, Paul Bickel, Patrick Hartmann (73. Matthias Buschmann) – Marco Betz, Johannes Günther – Daniel Sachs, Jan Gebhardt (77. Clemens Freitag), Patrick Albert (80. Julian Cichutek) – MarcZüge.

Schiedsrichter: Sebastian Klein (Amöneburg).

Zuschauer: 400.

Tore: 1:0 Marcel Trägler (63.), 2:0 Jan-Niklas Jordan (90.+2). +++

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