LEHNERZ nimmt Revanche – und wie! Mistretta-Traumtor

 

Der TSV Lehnerz nimmt im Hessenliga-Rückspiel Revanche gegen den Stadtrivalen Borussia Fulda – und wie! Mit 4:1 (2:0) wurden die Borussen zurück in die Johannisau geschickt. Lehnerz mit einer extrem ungewohnten Aufstellung kam erst durch einen Sonntagsschuss von Pierre Mistretta ins Spiel. Danach aber fiel den Gästen überhaupt nichts mehr ein.

Kemal Servan spielte völlig überraschend im Angriff und sollte zum entscheidenden Faktor werden – Stammstürmer Dominik Rummel musste auf der Bank Platz nehmen. Henry Lesser wurde für den taktischen Mut aber belohnt: „Da gehört Glück dazu. So ein Versuch kann auch die Hose gehen“, gibt er nach dem Spiel mit einem Lächeln zu. Die Devise: lange Bälle auf den stabilen Sarvan und mit dem flinken Tusha und Vogt die zweiten Bälle fest machen. In der Anfangsphase klappte das noch nicht perfekt – Borussia Fulda agierte drückender und hatte auch die erste Großchance des Spiels: Cino Schwab wurde auf die Grundlinie geschickt und legte ab auf den mitgelaufenen Leon Pomnitz – er zog an alter Wirkungsstätte ab, aber das Leder streifte knapp über die Latte.

Eine Minute später ein Spielzug, wie es Lehnerz plante: langer Ball auf Kemal Sarvan, Ablage auf Pierre Mistretta und der nimmt sich aus 25 Metern ein Herz und knallt den Ball in den Winkel. Ab diesem Zeitpunkt fiel den Borussen trotz der überlegenen Anfangsphase nichts mehr ein. „Ich finde, wir waren auf keinen Fall das schlechtere Team“, ist sich Leon Pomnitz sicher, „Lehnerz hat anfangs nur mit langen Bällen agiert. Das hatten wir noch ganz gut im Griff. Als es dann mit 0:2 in die Pause ging, mussten wir aufmachen und im Umschaltspiel hat Lehnerz einfach seine Stärken.“

Sarvan war es nämlich, der nur vier Minuten nach dem 1:0 zum zweiten Tor einnetzte – diesmal umgekehrt die Vorarbeit von Pierre Mistretta. Die 3.500 Zuschauer im Stadion an der Richard-Müller-Straße trauten ihren Augen nicht. „Ich war einfach froh, dass ich überhaupt spielen durfte“, so Sarvan direkt nach Abpfiff. Er hatte sich mit Toren in der zweiten Mannschaft empfohlen – die Coaches Marco Lohsse und Niklas Herget klopften sich schon während des Spiels auf die Schulter. Spätestens als Sarvan zum 3:0 traf und den Sack zu machte. Tusha chipt in die Mitte, Mistretta sieht den Besserpostierten und rein ins Glück.

Als dann noch Außenverteidiger Niklas Breunung einen Konter zum 4:0 vollendete, brachen alle Dämme. Von Borussia Fulda kam einfach nichts. Sie schienen so geschockt nach dem Doppelschlag in Durchgang eins, dass ihnen nichts mehr einfiel. „Der Spielverlauf spielte dem TSV einfach in die Karten – hinten gut stehen und nach Führung schnell umschalten“, fasste Borussen-Coach Oliver Bunzenthal die 90 Minuten zusammen, „aber daran, dass der Sieg verdient ist, gibt es keine Zweifel.“ Henry Lesser bleibt trotz des klaren Sieges am Boden: „Olli hat recht: wir hatten in der Anfangsphase das nötige Glück und dann lief einfach alles für uns.“

Der 1:4-Anschlusstreffer durch Matija Poredski war schließlich nur Ergebniskosmetik. Fulda nutzte die Überlegenheit in der ersten Viertelstunde nicht, Pierre Mistretta mimt mit seinem Traumtor den Dosenöffner und der TSV Lehnerz gewinnt verdient das Derby.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
TSV Lehnerz: Benedikt Kaiser – Niklas Breunung, Sebastian Kress, Sebastian Bartel, Andre Vogt (86. Patrick Lesser) – Patrick Schaaf, Sebastian Sonnenberger, Alexander Scholz – Pierre Mistretta (72. Jan-Niklas Jordan), Renato Tusha – Kemal Sarvan (68. Dominik Rummel).

Borussia Fulda: Tobias Wolf – Cino Schwab (46. Jonathan Müller), Nikola Milankovic, Sebastian Ruhl, Dennis Müller – Mark Jaksch (63. Marcel Trägler), Marius Müller (46. Jonathan Müller), Christopher Krause, Leon Pomnitz, Ingmar Merle – Matija Poredski.

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Frankfurt).

Zuschauer: 3.500.

Tore: 1:0 Pierre Mistretta (17.), 2:0 Kemal Sarvan (21.), 3:0 Kemal Sarvan (62.), 4:0 Niklas Breunung (67.), 4:1 Matija Poredski (73.).

 

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